Über mich

Alles fing mit einem Tagebuch an…..

Geschrieben habe ich schon als Kind – in mein Tagebuch. Diesem kleinen Büchlein habe ich alle meine Gedanken und Nöte anvertraut. Schreiben gab mir Trost. Später führte ich auf meinen vielen Reisen immer ein Reisejournal mit mir. Schreiben aus dem eigenen Erleben heraus schien damals keinen eigenen Wert zu haben, war ja nur für mich und (literarisch) nicht ernst zu nehmen, dachte ich.

Natalie Goldberg – meine erste Schreiblehrerin

Auf einer meiner Reisen in die USA kam ich Anfang dreißig in Kontakt mit der kreativen Schreibmethode von Natalie Goldberg. Schreiben ohne nachzudenken, aus dem Moment heraus, das eigene Erleben mit allen Sinnen als Richtschnur. Unverfälscht, schnörkellos, genau, was die Details und das Atmosphärische angeht. Hier durfte das eigene Leben als Quelle zum Schreiben dienen. Ich war begeistert. Was für eine beglückende Entdeckung. Schreiben war befreiend.

Beruflich andere Wege……

Gleichzeitig war ich dabei, mich beruflich neu auszurichten. Nach meiner Lehrerausbildung mit den Fächern Englisch und Geschichte in Berlin und Bremen und Jahren der Bildungsarbeit, begann ich an der John.-F. Kennedy Universität in Orinda, nähe Berkeley, Career Development zu studieren, einem Ausbildungsgang, der mich im beruflichen Coaching ausbildete. Die Ausbildung und anschließende Gründung der YouCan Karriereberatung in Bremen, einer Beratungspraxis, die neben Seminaren die Begleitung von Veränderungsprozessen von Fach-und Führungskräften bot, enthielt immer auch ein Stück Biografiearbeit. Diese Erfahrungen und Kompetenzen – viele Fortbildungen im Bereich Coaching folgten sowie eine MBSR-Weiterbildung nach Jon Kabat-Zinn – bereichern heute mein Schreiben und die Begleitung anderer Menschen auf ihrem Weg zum Schreiben.

Aus der Praxis schreiben – erste Veröffentlichungen

In den 90er Jahren suchte ein Verlag Autoren und Autorinnen, die aus der eigenen Beratungspraxis schrieben. Ich bewarb mich und war überglücklich, als mein Exposé angenommen wurde. Nun wurde es ernst. Ich durfte schreiben und musste liefern. Meine ersten Veröffentlichungen waren Ratgeber („Reif für den Wechsel“) über das Meistern beruflicher und persönlicher Veränderungen und enthielten Porträts der Klienten, die meine Beratungspraxis aufsuchten. Es folgten weitere Bücher.

Neue Formate im Schreiben finden

Ab irgend einem Punkt spürte ich, dass ich mir eine größere Freiheit im Schreiben wünschte. Ich ließ die Ratgeber hinter mir. Eines Tages las ich über einen Zusammenschluss von jungen Winzerinnen und Winzern in Rheinhessen, „Message in a Bottle“ die in den Startlöchern standen, bereit die Höfe der Eltern zu übernehmen, mit frischen Ideen und Vorstellungen von Spitzenqualität, den Weinanbau zu revolutionieren. Ich wurde neugierig. Neue Potenziale erkennen und entwickeln –der rote Faden in meiner Arbeit und meinem Denken ein Leben lang. Ich konnte die Frankfurter Verlagsanstalt davon überzeugen, einen Wein-und Reiseführer zu schreiben („Weinland Rheinhessen“, „Weinland Pfalz“) mit einzelnen Porträts und Lebensgeschichten der jungen Winzerinnen und Winzern. Gleichzeitig wurde es ein niederschwelliger Weinführer für Menschen, die Weine nur in „rot“ oder „weiß“ unterschieden und sich weniger mit dem spezifischen „Abgang“ eines Weins beschäftigten.

Die Besuche, Interviews, das Schreiben – machten so viel Freude und ermöglichten mir den Übergang in die Prosa und dem literarischen Schreiben.

Beruflicher Wendepunkt- Schreibpause

2008 brachte einen beruflichen Wechsel für mich. Die Wirtschaftskrise beförderte mich an den Arbeitsort Schule, wo meine berufliche Laufbahn begann. An einem beruflichen Gymnasium in Hessen begleitete ich nun für zehn Jahre Schülerinnen und Schüler zum Abitur und organisierte für sie Career Days-Informationstage über Ausbildungen, Studiengänge und Berufsfelder. In dieser Zeit begann ich, Kurzgeschichten zu schreiben, besuchte viele Schreibseminare, hatte jedoch große Schreibpausen. Für Veröffentlichungen fehlte mir die nötige Energie.

Ein neues Genre entdecken-Biografisches Erzählen – im Schreibfluss

Kurz vor meiner Verabschiedung in den sogenannten Ruhestand, nahm ich an zwei Seminaren zum Thema biografisches Erzählen teil, die eine Wende für mein Schreiben bewirkten. Der Online-Kurs bei Schreibwerk Berlin und eine persönliche Teilnahme an einem Seminar mit Natalie Goldberg in Maine, USA, brachten mich mit der Vielfalt des Genre biografisches Schreiben in Kontakt. Und plötzlich war da wieder die Begeisterung, die ich zu Beginn meines Schreibens gespürte hatte. Schreibpause Ade. Ich hatte ein neues Buchprojekt. Ich wollte da erste Jahr in meinem neuen Lebensabschnitt schreibend begleiten.
Mein Memoir, „Danke, ich steh lieber. Mein erstes Jahr im Ruhestand“ erschien 2022 bei BoD.

Meine Kurzgeschichten wie auch mein Memoir enthalten Biografisches. Vieles davon habe ich erlebt, bei anderen Menschen beobachtet und erfahren, dazu gedichtet und überzeichnet. Das ist die Freiheit der Prosa.